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April 22, 2011

Nistkästen

Unsere heimischen Vogelarten haben seit Jahren das große Problem, geeignete Nistplätze für ihren Nachwuchs zu finden. Durch Gebäudesanierungen und effiziente Energiebauweisen verschwinden Nistmöglichkeiten an den Häuserfassaden, die seither als Nestbauplatz gedient hatten. Felsenbrüter wie Mehlschwalben oder Rauchschwalben bevorzugen Mauervorsprünge und Dachhohlräume, an denen sie ihre höhlenartigen Nester aufbauen. Aber auch in Ställen sind diese Schwalbenarten zu finden.

Neben den fehlenden Brutplätzen an den Fassaden werden auch immer mehr Bäume und Sträucher aus den heimischen Gärten entfernt, um Platz für Ziergräser und andere optische Gartenanlagen zu erhalten. Alte Baumstämme und andere morsche Gehölze gehören zu den bevorzugten Nistplätzen von so genannten Höhlenbrütern. Da heutzutage die Optik des Gartens im Vordergrund steht, verschwinden immer mehr dieser als störend empfundenen alten Bäume, Hecken oder hoch gewachsenen Sträucher. Aber gerade in derartigen dichten Heckenpflanzen haben Vögel eine ideale Umgebung, die ihnen eine ungestörte Aufzucht ihrer Jungen ermöglicht.

Sollten Sie sich einen Nistkästen selbst aus unbehandelten Holzbrettern (Tanne, Fichte, Buche) angefertigt haben, achten Sie auf folgende Tipps zur Anbringung. Wählen Sie einen regen- und windgeschützten Standort für das 25 bis 45 mm messende Einflugloch, d. h. am besten eine Ausrichtung nach Süden oder Südosten. Außerdem müssen Sie den Nistkasten vor dem unliebsamen Zugriff von Katzen und Mardern schützen. Eine Aufhänghöhe von mindestens 2 bis 3 m sollte genügen. Und nicht zuletzt sollten Sie bereits bei der Anfertigung von Vogelhäusern jeglicher Art auf den Einsatz von chemischen Mitteln verzichten. Damit gewähren Sie den Vogelarten einen ungefährdeten Brutplatz und schonen die Gesundheit der gefiederten kleinen Freunde.

Gekaufte wie selbst gemachte Nistkästen werden in der Regel etwas nach vorne überhängend am Baum befestigt. Damit soll das Eindringen von Wasser verhindert werden. Die mindestens 15 cm auf 15 cm großen Bruthöhlen können bei Bedarf mit Leinöl gegen Pilzbefall und Keime geschützt werden. Zur besseren Reinigungsmöglichkeit bedarf es einer nach vorne aufklappbaren Vorderwand. Eine Reinigung dürfen Sie allerdings erst in den Spätsommermonaten oder Mitte Februar vornehmen, also vor dem Beginn der Brutzeit oder danach. Da die Nistkästen oftmals auch zur Überwinterung in den kalten Wintermonaten benutzt werden, sollten Sie eine frühzeitige Reinigung im Januar vermeiden.

 

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